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Blog 4 Min Lesezeit 11. April 2025

Meine Einsamkeit in der Führungsrolle

Erste Führungsposition, schlechte Reorganisation, männerdominiertes Umfeld — und wie ich trotzdem nicht gekündigt habe.

persönlich
„Führungskräfte sind keine Gegner — sondern Menschen, die Verantwortung tragen."

Meine erste Führungsposition war aufregend, stolz — und unerwartet einsam. Eine schlecht kommunizierte Reorganisation, ein männerdominiertes Umfeld, fehlende Erfahrung und zu wenig Toleranz für Anfängerfehler. Ich hätte fast gekündigt.

Als junge Frau ohne etablierte Führungshistorie wurde mir die Kompetenz abgesprochen — sowohl fachlich als auch in der Rolle. Ich gehörte nicht mehr dazu und fühlte mich täglich in Meetings und Gesprächen ausgeschlossen. Trotz meiner Bemühungen um offene Kommunikation und Zusammenarbeit.

Der Wendepunkt: Ein unternehmensinternes Management-Qualifizierungsprogramm. Es bot mir ein Netzwerk mit anderen Teamleitungen, externe Coaches und mehr Austausch mit meiner Abteilungsleiterin. Ohne diese Unterstützung hätte ich gekündigt.

Das Team und ich haben nie eine Chance gehabt. Aber ich habe enorm von diesen Lernprozessen profitiert — für alle späteren Rollen.

Wege aus der Einsamkeit in der Führungsrolle

1. Netzwerke aufbauen

Verbindung zu Gleichgesinnten suchen — unternehmensübergreifend oder in Branchen-Communities. In starken Netzwerken merkt man schnell: Die eigenen Herausforderungen sind nicht einzigartig.

2. Sparringspartner:innen suchen

Eine vertrauenswürdige Person in ähnlicher Position finden — innerhalb oder außerhalb des Unternehmens. Funktioniert wie Coaching auf Augenhöhe: gegenseitiger Erfahrungsaustausch, Unsicherheiten relativieren.

3. Mentoring nutzen

Erfahrene Führungskräfte um Mentoring bitten. Sie haben denselben Weg bereits bewältigt. Spezielle Programme für Frauen sind besonders wertvoll — nicht weil Frauen schwächer sind, sondern weil die Rahmenbedingungen oft andere sind.

4. Kollegiale Beratung

An Formaten wie kollegialer Fallberatung teilnehmen. Dort lernt man: Andere haben ähnliche Probleme. Falls kein Format existiert — selbst eine Austauschgruppe initiieren.

5. Eigene Initiativen ergreifen

Nicht passiv warten. Informelle Treffen mit anderen Teamleitungen vorschlagen, Menschlichkeit zeigen, um Feedback bitten. Dadurch entstehen Brücken — zu Kolleg:innen und zu den eigenen Mitarbeitenden.

Schlusswort

Führungskräfte sind keine Feinde — sondern Menschen, die Verantwortung tragen. Hinter dem Titel stecken individuelle Stärken, Schwächen, Hoffnungen und Sorgen. Echte Zusammenarbeit entsteht, wenn wir einander offen und respektvoll begegnen. Neue Führungskräfte brauchen Unterstützung — nicht Ausgrenzung.

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