Code macht den Inhalt. Design macht die Story. Ich bin die Product Ownerin.
Claude Code ist stark – aber nicht für alles. Wie ich beim Bau meines KI-Checks gelernt habe, verschiedene Claude-Tools wie Teammitglieder einzusetzen, und warum Claude Design das war, was Code nicht konnte.
Das Dokument war fertig. Inhaltlich perfekt. Und trotzdem wollte ich es niemandem zeigen.
Ich hatte gerade meinen KI-Check mit Claude Code entwickelt – in einer Woche, ohne eine einzige Zeile selbst coden zu können. Das war das eigentliche Wunder. Aber das Ergebnisdokument, das eine Nutzerin am Ende bekommt? Nüchtern. Sachlich. Ohne jede Story. Ich habe es mehrfach versucht. Habe konkrete Rückmeldungen gegeben, Beispiele reingegeben, Screenshots gezeigt. Claude Code hat es immer wieder gebaut – und es war immer wieder genau das: korrekt, aber leblos.
Das war der Moment, in dem ich etwas verstanden habe, das ich seitdem nicht mehr vergessen hab.
Code denkt. Design fühlt. Das ist kein Problem – das ist eine Aufgabe.
Claude Code denkt in Logik und Funktion. Es baut, was funktioniert. Claude Design denkt in Story und Ästhetik. Es baut, was wirkt. Und der Unterschied zwischen diesen beiden Sätzen ist größer, als er klingt.
Ich habe Claude Design ins Team geholt. Und innerhalb einer einzigen Session hatte das Ergebnisdokument Storytelling. Ein visuelles Konzept. Ein Gefühl. Ich weiß noch genau, wie ich auf den Bildschirm geschaut habe und dachte: Das. Genau das.
Was ich in diesem Moment wirklich gelernt habe, erzähle ich euch hier.
Was ist Claude Design eigentlich?
Claude Design ist kein KI-unterstütztes Design-Tool. Ihr beschreibt, was ihr braucht – und es baut eine erste Version. Von dort verfeinert ihr durch Gespräch, Inline-Kommentare oder direkte Anpassungen. Wie in einem echten kreativen Prozess, nur dass euer Gegenüber nie müde wird, nie beleidigt ist, wenn ihr fünfmal „nochmal anders" sagt, und sich an alles erinnert, was ihr je gesagt habt.
Wichtig für alle, die es gerade suchen: Claude Design ist aktuell noch nicht in der Desktop-App integriert – ihr findet es direkt im Browser unter claude.ai/design. Es läuft auf einem der leistungsstärksten Claude-Modelle und nutzt euer bestehendes Pro-Abo-Kontingent. Wenn ihr das Limit überschreitet, könnt ihr Extra Usage aktivieren. Wer das Designsystem beim ersten Mal anlegt – also alle Markeninfos einspielt – sollte wissen: das ist der aufwändigste Schritt und verbraucht einmalig sehr viele Token. Danach läuft es deutlich effizienter.
Das Briefing entscheidet alles
Ich hab es mehrfach erlebt: Der Unterschied zwischen einem mittelmäßigen und einem wirklich guten Ergebnis liegt fast nie am Tool. Er liegt am Briefing.
Bei Claude Design gilt das noch mehr als woanders, weil es so viel aus dem Kontext zieht, den ihr mitliefert. Was ich vorbereitet hatte, bevor ich den ersten Prompt getippt hab:
- Mein Branding-Dokument mit Farben, Schriften und Designprinzipien – als PNG, nicht als PDF (Claude Design akzeptiert keine PDFs)
- Fonts, Logo und Profilbild
- Ein Sprachstil-Dokument (das hatte Claude Code vorher für mich erstellt)
- Screenshots des Ist-Zustands mit konkretem Feedback, was mich daran gestört hat
- Die URL meines KI-Checks als Kontext für das Gesamtbild
Briefing-Checkliste: Bevor ihr das erste Mal loslegt
- Branding-Dokument als PNG oder Bilddatei – kein PDF
- Fonts als Datei oder mit genauer Bezeichnung
- Logo und ein Foto von euch (falls relevant)
- Sprachstil-Beschreibung – notfalls kurz von Claude Chat erstellen lassen
- Screenshots oder Beschreibung des Ist-Zustands + was euch daran nicht passt
- Kontext: URL, Zielgruppe, Zweck des Dokuments
- Eure wichtigsten Design-No-Gos
Wer noch kein Branding-Dokument im richtigen Format hat: Claude Code oder Claude Chat können das in wenigen Minuten als Bilddatei erstellen.
Von Code nach Design – und wieder zurück
Es gibt einen Schritt in diesem Prozess, den ich noch nie irgendwo beschrieben gesehen habe – der für mich aber den entscheidenden Unterschied gemacht hat. Mein erster Schritt war nämlich nicht, direkt zu Claude Design zu gehen und loszulegen.
Ich war noch mitten im Claude Code-Projekt und hab Code erst mal gefragt: Was muss ich Design mitgeben, damit das effizient arbeiten kann? Welche Fragen sollten wir vorher klären? Was von dem, was du über dieses Projekt weißt, ist für Design relevant? Claude Code hat mir daraufhin einen vollständigen Briefing-Prompt geschrieben – strukturiert, präzise, mit allen Projektinfos, die Design gebraucht hat.
Das war kein extra Aufwand. Es war ein Gespräch, das vielleicht zehn Minuten gedauert hat. Und es hat dafür gesorgt, dass ich nicht mit einem vagen „mach das irgendwie hübscher" in Design angekommen bin, sondern mit einem klaren Auftrag.
Dann bin ich zu Claude Design gegangen, hab den vorbereiteten Prompt mitgebracht, das Branding-Material dazugegeben und losgelegt. Eine, zwei Überarbeitungsschleifen – mal stimmte ein Farbton nicht, mal war ein Layout zu dicht – und dann war das Dokument fertig. Und dann hab ich etwas benutzt, das ich vorher nicht auf dem Radar hatte: den „Handoff to Claude Code"-Button. Claude Design schnürt das fertige Design als Paket und übergibt es direkt an Claude Code – kein manueller Export, kein Kopieren, kein Erklären. Ein Klick, und Code wusste, was zu tun war.
Was mich wirklich überrascht hat
Ich hatte erwartet, dass Claude Design meine Worte umsetzt. Was es stattdessen gemacht hat: Es hat die eigentlichen Bedürfnisse hinter meinen Worten erkannt – und ins Design einfließen lassen.
Das klingt erstmal nach Marketing-Sprech. Ist es aber nicht. Es gibt einen echten Unterschied zwischen „mach es bunter" und „mach es einladender". Claude Design hat den zweiten Satz gehört, obwohl ich den ersten getippt hatte.
Und dann gibt es die ehrliche Gegenseite: Claude Design erfindet keine neue Designsprache. Es lernt aus vorhandenem Material, aus Mustern, die es kennt. Das ist keine Schwäche, das ist wie diese Technologie funktioniert. Wer das weiß, setzt die Erwartungen richtig – und ist selten enttäuscht. Die Usability braucht etwas Einarbeitung, wenn ihr keinen Design-Hintergrund habt. Aber das kriegt man hin, wenn man offen bleibt – und im Zweifel Claude Design einfach fragt.
Meine Token-Strategie: Wer macht was?
Das Wichtigste zuerst: Nicht jede Aufgabe braucht das gleiche Tool. Je bewusster ihr entscheidet, wer was macht, desto effizienter arbeitet ihr.
Claude Code
Für: Funktionen bauen, Logik umsetzen, Dokumentation, finale Implementierung nach einem Handoff
Nicht für: Visuelles Storytelling, Layouts, Ästhetik
Claude Design
Für: Visuelle Konzepte, Ergebnisdokumente, Präsentationen, Landingpages – alles, wo Story und Optik entscheidend sind
Nicht für: Logik und Funktionen – das wäre reine Ressourcenverschwendung
Claude Chat
Für: Ideen diskutieren, Texte schreiben, Recherche, Konzepte entwickeln bevor es in Code oder Design geht
Nicht für: Umsetzung – Chat denkt, die anderen beiden handeln
Die Tools sind mein Team. Ich bin die Product Ownerin.
Das eigentliche Learning aus diesem Projekt ist kein technisches. Es ist ein strategisches.
Ich habe nicht einfach ein neues Tool ausprobiert. Ich habe verstanden, dass diese Tools zusammen stärker sind als jedes einzelne für sich – und dass das nur funktioniert, wenn jemand weiß, wer wann ran darf. Claude Code denkt in Logik. Claude Design denkt in Story. Claude Chat denkt in Sprache und Analyse. Und ich orchestriere.
Das ist exakt das, was ich auch meinen Kund:innen sage: Nicht das teuerste Tool kaufen und hoffen, dass es alles löst. Verstehen, was jedes Werkzeug kann – und dann die richtigen Entscheidungen treffen.
Und falls du dich fragst: Nein, du musst kein Technikmensch sein, um das hinzukriegen. Du musst neugierig sein. Und du musst bereit sein, dir einzugestehen, wenn das falsche Tool am Start ist.
Den KI-Check könnt ihr direkt testen: ki-check.veronique-schmitz.de – fünf Minuten, kostenlos, kein Login. Welches Tool nutzt ihr gerade für was – und habt ihr schon mal bewusst entschieden, wer in eurem KI-Team welche Rolle hat?